Aurora Audio GT4-8

8 channels of pure Class A "type 1081" 4 band Eqalizer

Features

  • 8 channels of pure Class A 4-band EQ
  • High Pass Filter: 22hz, 47hz, 82hz, 150hz, 270hz
  • Low Pass Filter: 18khz, 12khz, 8.2khz, 5.6khz, 3.8khz
  • Low Shelf: 33hz, 55hz, 100hz, 180hz, 330hz
    switchable +/- 8dB or +/- 18db
  • Low Mids: 100hz, 140hz, 200hz, 300hz, 400hz, 500hz, 530hz, 800hz, 1khz, 1.4khz, off.
    bell types: narrow, mid, wide
  • High Mids: 2khz, 2.5khz, 3.2khz, 4khz, 5khz, 6.3khz, 7khz, 8khz, 10khz, 12khz, off.
    bell types: narrow, mid, wide
  • High Shelf: 3.3khz, 4.7khz, 6.8khz, 10khz, 15khz
    switchable +/- 8dB or +/- 18db
  • Bypass Switch per channel

€ 7250,-
Preise exkl. MwSt.
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Allgemeines

Wir halten den Aurora GT4 für einen der aussergewöhnlichsten EQ’s am Markt.
So wie bei den meisten Aurora Designs erschliessen sich seine Besonderheiten nicht auf den ersten Blick:
Mit 4 Bändern, die insgesamt 30 verschiedene Frequenzen abdecken, entspricht er vielen seiner Kollegen.
Die äusseren zwei Bänder sind Shelfs, die zwei Mittenbänder sind Bells mit wählbarer Güte. Ziemlicher Durchschnitt.
Und hier endet auch schon die Durchschnittlichkeit:
Was den GT4 von seinen vielen Kollegen unterscheidet ist seine unfassbare Kraft.
Einfach mal den Low Shelf aufdrehen und hinhören (passen Sie auf Ihre Lautsprecher auf!)
Bis zu diesem Zeitpunkt hätten Sie es nicht für möglich gehalten, dass man soviel Low End boosten kann, ohne dass es schwammig wird. Das Ding bleibt einfach tight und griffig.
Genauso kann man mit dem high shelf in missglückte harmlose Aufnahmen wieder Leben einhauchen, von dem man nicht gedacht hätte, dass es überhaut da ist.
Beim ersten mal wird sie der Effekt mehr an den Presence Regler eines erstklassigen Marshall Tops erinnern als an einen Shelf EQ. Das DIng wird nicht heller, vielmehr kommt es nach vorne.
Wenn nichts mehr hilft, schalten Sie den Shelf von +/- 8dB auf +/- 18dB und machen aus der totesten Maus wieder einen äusserst schlecht gelaunten Elefanten.
Natürlich können Sie mit dem GT4-2 auch chirurgisch eingreifen. Aber die meisten EQ’s können das, mal besser mal schlechter.
Der GT4-2 hingegen ist das Gerät, das sie inserten werden, wenn kein Plugin und keines Ihrer anderen Hardwaregeräte mehr was retten könnte. Weil der Sound einfach kein Leben mehr hat.
Aber da geht noch was.

Links:

Geschichte

Als Geoff Tanner daran ging den GT4 zu designen war einiges von vornherein klar.
Geoff war schliesslich nicht nur einer der wesentlichsten Chefdesigner bei Neve während der Hochzeit dieser Firma in den 70er Jahren gewesen.
Er hatte die Entwicklung des stilprägenden  Neve 1073 Preamp + EQ überwacht, er hatte den zeitlos gewordenen Neve 33609 im Alleingang konstruiert und war dann noch Teil des Teams rund um die Entwicklung des klassischsten aller britischen Kanal-Equalizer gewesen:
Der Neve 1081 Preamp + EQ.

Als Geoff dann – 30 Jahre später – an die Arbeit ging für seine neugegründete Firma Aurora Audio einen 4band EQ zu designen, wäre es nicht seine Art gewesen den 1081er lediglich zu  kopieren.
Dabei wäre es ein leichtes für ihn gewesen – es gibt wahrscheinlich niemanden der dessen Aufbau so in- und auswenig kennt wie eben dieser Geoff Tanner.
Stattdessen nahm er sich den 1081 als persönliche Messlatte her, eine Messlatte die es zu übertreffen galt.
Natürlich kommen einem ein paar der Frequenzen, für die sich Geoff entschieden hat, bekannt vor. Auch die Klangcharakteristik des GT4 erinnert sofort an diesen rohen britischen Sound aus den 70ern.
Auch die Verwendung der schweren Input- und Outputtransformer erinnert klanglich sofort an diesen klassischsten aller britischen EQ’s.
Aber die Kraft, diese Wucht, die dieser GT entfalten kann – derlei hatte es bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht gegeben.
Oder anders gesagt:
Der GT4 ist kein Taschenmesser.
Wenn schon, dann ist er ein Vorschlaghammer.

dB says

Ich habe zwei GT4-2′s in meinem Rack.
Bei der Aufnahme sind sie mein “goto” EQ für elementare Signale wie bassdrum oder snare, oder auch anderes Zeugs, das dringend Gewicht, oder Kraft benötigt, oder auch wenig Rasierklingen-Romantik.
Mein Rat ist es, hier nicht zu subtil zu agieren. Patchen sie den GT4-2 auf dei Mikrophone, die es WIRKLICH zu behandeln gilt.
Und keine Vorsicht mit dem Low Shelf. Ruhig mal draufhauen.
Der GT4-2 wird niemals Clipping Artefakte produzieren, egal wieviel Pegel sie reingeschickt haben und wieviel sie nachher noch addieren mit den Frequenzbändern.
Allerdings: Wenn sie den Low Shelf testen – womöglich mit dem Schalter auf 18dB – achten sie auf ihre Lautsprecher.
Ansonsten machen sie sich keine Sorgen wenn sie mit dem GT4-2 aufnehmen, egal welche Frequenz sie anheben, irgendwas cooles wird passieren.
Es kann gut sein, dass sie plötzlich Frequenzen boosten, die sie üblicherweise abgesenkt hätten. Am besten nicht drüber nachdenken.
Es sind gerade die mittleren Frequenzen, zwischen 200hz und 1khz die ich hier so gerne booste.
Verzichten sie auf den GT4-2 für kosmetisches Zeugs. Es gibt genug Plugins die das auch schon ganz gut hinkriegen.
Heben sie sich den GT4-2 für jene Instrumente auf, wo er seine Kraft entfalten darf und soll.

Beim Mischen hab ich den einen GT4-2 meisten am Bass (D.I + Amp Mikrophon) sowie den anderen typischerweise auf den Refrain Gitarrenbrettern.
Ich kenne keinen anderen EQ der Bass so gut in den Griff bekommt wie der GT4-2.
Die High Pass Filter Frequenzen sind schon sehr gut ausgewählt. In Kombination mit dem Low Shelf kann man also diesen uralten Trick von wegen Low End boosten und darunter radikal abschneiden zu absoluter Perfektion treiben.
Da kommt – für meine Ohren – auch ein echter Pultec nicht mit. Der GT4-2 wirkt bei dieser Anwendung einfach klarer und griffiger.
Üblicherweise such ich mir dann noch eine Frequenz um die Funktionalität des Basses zu unterstützen: Das kann ein 800Hz “honk” sein, oder mehr Ton um die 400hz oder mehr Gewicht bei 200 und drunter… sie werden abhängig von Arrangement und Frequenzstaffelung das richtige Loch finden.
Mit dem High Mid Band verstärke ich dann üblicherweise die Verzerrung, oder suche mir den Anschlag des Plektrums, u.d.m.
Schlussendlich verwende ich ich den High Shelf um die Gesamtpresenz des Instrumentes zu definieren … ja, sie haben richtig gelesen!
Stellen sie sich den High Shelf nicht als herkömmlichen High Shelf vor.
Er agiert vielmehr wie ein “Presenzen-Regler”, mit dem man ein Instrument auch weiter in den Mix rein oder auch vor den Mix holen kann.
Ähnliches gilt für meine Distortion Gitarren:
Ich such mir mal beim High Mid Band die Frequenz, mit der die DInger schön durch den Mi schneiden, addiere in den Mitten etwas Ton, damit das Instrument in Balance bleibt, mache meine Low End Trick, ähnlich wie beim Bass, aber klarerweise bis zu einer  Oktave höher.
Schlussendlich verwende ich den High Shelf um das fertige Brett in meinem Mix zu positionieren. Mitunter kann das um einiges effizienter sein als der Volumen Fader, zumal   mit dieser Methode deutlich mehr 3D-Image kreiert werden kann.
Tatsache aber ist: Ich kenne keinen EQ, der mir dieses doch sehr aussergewöhnliche Feature bietet. Probiere ich derlei mit den diversen Kollegen, wird die selbe Gitarre zwar heller und dünkler, aber sie verändert ihre Position nicht.
Einfach ausprobieren – es funktioniert!

PS: Vergessen sie nicht ihre Keyboards und Pads durch den GT4-2 zurück aufzunehmen, vor allem auch wenn sie diese “in the box” generiert haben.
Mit etwas Glück klingen ihre nativen Synths dann plötzlich wie das echte Zeugs.