Aurora Audio GTC2 – Rev 10
Demogerät verfügbar

Pure Class A Stereo- oder Dual Mono Kompressor - incl DRY / WET Regler

Features

  • Stereo or Dual Mono
  • Pure Class A
  • Input- / Output Transformer
  • FET oder Opto Schaltung
  • “Combi” Schalter zum kombinieren der beiden Schaltungen in Serie

€ 2890,-
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Allgemeines

Der GTC2 ist – zumindest auf den ersten Blick – ein typischer Stereo- oder auch Dual Mono Kompressor.
Er weist die üblichen Bedienelemente wie Ratio, Treshold, Attack, Release, Stereo Link, wie auch Gain Make Up auf.
Rev 10 bietet auch den mittlerweile üblich gewordenen DRY/ WET Regler.
Darüberhinaus finden sich aber auch mehrere Schalter auf dem Gerät, die sich nicht sofort erschliessen.
So befinden sich im GTC2  – per Kanal – zwei voneinander unabhängig agierende Kompressor Schaltungen.
Diese lassen sich mittels des FET / Opto Schalters auswählen:
Im Opto-Mode reagiert der GTC typisch eher auf VU, im FET eher auf Peaks.
Mittels des Combi-Schalters lassen sich aber auch beide Schaltungen hintereinander in Serie schalten.
In diesem Fall durchläuft das Signal zuerst die FET-, dann die Opto-Schaltung.

Darüberhinaus befinden sich auch verschiedene Bybass Switches auf dem Gerät.
So lässt sich die Schaltung – also Input- und Outputtransformer – mittels des grünen “In Switch” auch unabhängig vom Kompressor aktivieren.
Die für Geoff Tanner Designs typische Veredelung des Klanges wird somit zugeschaltet. Der Gain Poti ist aktiv.
Bässe wandern leicht nach oben, werden tighter und griffiger, Höhen wandern tendenziell nach unten und werden hörbarer.
Das musikalische Programm klingt sofort merklich dreidimsionaler.
(dB says: Gerade beim Mastern verwende ich den GTC2 oft als reinen Preamp und Färber – ohne zu komprimieren).
Wenn man den GTC auf dem Mix Bus verwendet, klingt der Mix ad hoc “gemischter”.
Der Effekt ist schwer zu beschreiben – aber unüberhörbar und gar nicht so subtil wie man hier herauslesen möchte.

Erst mit Aktivierung des roten “On Switch” beginnt der Kompressor zu arbeiten, wahlweise im FET-Mode, oder Opto-Mode oder auch mit beiden Schaltungen in Serie.
Des weiteren ist der GTC2 einer der ganz wenigen Kompressoren am Markt, der die Eigenschaft hat, das Signal nicht kleiner / kompakter, sondern grösser / fülliger erscheinen zu lassen.

Den Sound, bzw die Möglichkeiten des GTC Kompressor zu beschreiben ist schwierig.
Man kratzt nur an der Oberfläche, wenn man schreibt, dass die FET-Schaltung mehr auf Peaks und die Opto-Schaltung mehr auf VU reagieren wird.
Als Aufnahmekompressor empfehlen sich – je nach Anwendung – beide Schaltungen gleichermassen.
Zum “leveln”, bzw. “verdichten” einer Stimmaufnahme empfiehlt sich eher die Opto-Schaltung, die eine wunderbare Gleichmässigkeit der Stimmlautstärke generieren wird.
Zum Abfangen von Peaks wird man typischerweise eher auf die FET-Schaltung zurückgreifen.
Der Kompressor lässt sich aber auch wunderbar als Effekt einsetzen, sei es um einer Gitarre harte – aber nie schmerzhafte – Attacks zu verleihen oder aber die Hüllkurve einer Snaredrum zu shapen.
Die Anwendungen sind so mannigfaltige, dass es schwierig scheint, sie an dieser Stelle aufzuzählen.

Abschliessend:

Der GTC2 ist einer der ganz wenigen Kompressoren am Markt, der das Signal nicht kleiner sondern grösser wirken lässt.
Als den einzigen Kompressor für die sprichwörtliche einsame Insel kann man den Aurora GTC mit bestem Gewissen empfehlen.
Zum einen, weil die beiden so gegensätzlichen Schaltungen vielseitigste Soundvorstellungen verwirklichen lassen, aber auch – und vor allem weil – wie auch immer sie den GTC einstellen, es wird Ihnen nie gelingen diesem Gerät irgendetwas unmusikalisches zu entlocken.
Nur eines empfehle ich nicht:
Versuchen Sie nie den GTC2 zu verstehen.

Links:

Geschichte

Was wenige wissen, einer der legendärsten Kompressoren der Audio Geschichte stammt gleichfalls von Geoff Tanner:
Es handelt sich hier um den stilprägenden “Neve 33609” Kompressor und seine zahllosen Versionen.
Der 33609 gehört gemeinsam mit LA2A, Fairchild und SSL Bus Comp wohl zu den berühmtesten Genossen seiner Art.
Seine Anwendungen – von Mix Bus, über Drum Bus – füllen Bücher.
Was tut man also, wenn man alleiniger Designer und Schöpfer eines der legendärsten Studiogerätes der Audio-Historie ist, und man beschliesst – 30 Jahre später – wieder einmal einen Kompressor zu entwerfen:

Die Antwort ist einfach.
Man beginnt mit einem weissen Blatt Papier.

dB says

Nun bin ich in der glücklichen Lage sowohl Besitzer eines 33609 der allerersten Generation zu sein, wie auch eines nahezu fabriksneuen GTC2.
Und ich darf hier an dieser Stelle versichern – es handelt sich hier um zwei grundverschiedene Geräte.
Zwar verwende ich meinen 33609 nach wie vor gerne, zB auf Drum Stereo Bus, allerdings:
Seit ich den GTC2 das erste mal gehört habe – vor nun mehr 5 Jahren – befindet er sich praktisch fixverdrahtet auf meinem Mix Stereo Bus.
Bei “Text-Songs”, bzw wenn die Stimme eine nahezu übertriebene Lautstärke benötigt, wie auch bei eher akustischem Singer- / Songwriter Material betreibe ich ihn üblicherweise im Opto-Mode.
Der GTC2 reagiert dann auf das gesamte Programm, pegelt die einzelnen Sektionen des Songs zueinander.
Die Stimme sitzt besser, Übergänge von Strophe zu Refrain oder retour erscheinen runder und organischer.
Man meint mehr Musik in der Musik zu hören.

Wenn die Stimme eher im Playback sitzen darf und ich daher BD und SN in den Mix platzieren will, dann setze ich das Gerät praktisch immer auf FET.
Und mal für mal das selbe Erlebnis:
Da ist ein Mix, bei dem allerlei Verhältnisse noch nicht wirklich stimmen, der halbfertige Mix klingt zwar gut, aber hört sich an, als müsste ich die nächsten 3 Tage mit Automation verbringen.
Dann schalte ich meine GTC2 ein:
Ich bin der festen Überzeugung, dass im GTC2 eine Heerschar mikroskopischisch kleiner Tontechniker hausen, deren Lieblingstätigkeit darin besteht, die gesamte notwenige Automation eines Titels für mich auf Knopfdruck zu erledigen.
Plötzlich ist nichts mehr zu laut, nichts mehr zu leise.
Wie das der GTC2 bewerkstelligt erachte ich als eines der ungelösten Rätsel unserer wunderbaren Audiowelt.