Aurora Audio GTQ2
Demogerät verfügbar

Pure Class A Stereo Mikrophonvorverstärker / 3-band EQ

Features

  • Mic Pre bis 80 dB Verstärkung in 5 dB Schritten
  • Output Pot – stufenlos Mute bis Unity Gain
  • Phase Reverse
  • Phantom 48V
  • D.I. (High Z) Instrumenten Eingang pro Kanal
  • High Pass FIlter (80 Hz)
  • 3 band EQ Band 1: 80hz – shelf Band 2: 400hz, 1.6khz, 3.2khz – bell Band 3: 12khz – shelf

€ 2790,-
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Allgemeines

Der GTQ2 zeichnet sich durch den für Vintage Neve 1073 typischen Mittendruck, bulliges und tightes Low End sowie ausserordentlich runde Transienten in den Höhen aus.

Allerdings klingt der GTQ2 offener und “moderner” als die besten der gut erhaltenen original 1073er, ohne irgendetwas vom typischen 1073er Wiedererkennungswert einzubüßen.
Auffällig auch sein enormer Headroom. Den GTQ2 zum clippen zu bringen ist nahezu unmöglich, gleichzeitig erlaubt er gepflegtes Saturieren von Signalen bis hin zu harmonischer Verzerrung – ohne dem ungewollten Auftreten hässlicher Artefakte bei härteren Peaks.
Er verfügt über einen gegenüber dem Original etwas “abgespeckten” 3band EQ, sowie einen High Pass Filter.

Übrigens, bei einem ausführlichen Blindtest mit fünf der gängigsten” 1073 type” Pre’s belegte der GTQ2 klar den ersten Platz.Warum das Ergebnis keinen Kenner auch nur im Ansatz verwundert hat, erklärt sich aus der Geschichte des GTQ2.

Mehr dazu weiter unten.

Tipps & Tricks

Eines der wesentlichsten Features des GTQ2 ist – so banal dies klingen mag – sein Output Poti.
Unity Gain befindet sich auf 5h, also auf Anschlag rechts.
Allerdings empfiehlt es sich als Startpunkt den Output Poti eher zwischen 3h und 4h zu positionieren und den Gain entsprechend anzuheben. Das Signal wird dadurch etwas saturiert, sowie mit harmonischen Obertönen angereichert und sitzt dergestalt meist besser im Mix.
Für Aufname von z.B. Bass, Keyboards oder auch BD, SN u.ä. ist es aber auch nicht unüblich den Output z.B. auf 12h zurückzudrehen und Gain entsprechend zu boosten.
Das Ergebnis wird niemals clippen, sondern für das Ohr angenehme Verzerrungen mit sich bringen.
Gleichermassen beliebt ist der GTQ2 auch als “Outboard Prozessor” im Mix, sei es z.B. auf der Gitarrensumme oder auch in einem kompletten Analog-Mix auf BD und SN, oder auch auf Schlagzeugssumme.
Ich weiss aber auch von ITB Mixern, die die komplette Summe durch den GTQ2 schicken um so mehr Tiefe, angenehmere Transienten und tighteres Low End zu generieren.
Auf der Rückseite des Gerätes befindet sich ein Schalter mit dem die Eingangsimpedanz zwischen 300 und 1200 Ohm geschalten werden kann (i.e. 6dB )
Typisch belässt man den GTQ2 für die meisten Anwendungen auf 1200 Ohm, insbesonders bei Aufnahme hochpegeliger Kondensator Mikrophone.
Bei Verwendung älterer Bändchen Mics oder auch niedrigpegeliger dynamischer Mics (wie zB Shure SM7) empfiehlt sich mitunter das Umschalten auf 300 Ohm.

Links:

Geschichte

Anders als praktisch alle anderen 1073 type Produkte – von Neve abwärts – versuchte Designer Geoff Tanner mit dem GTQ2 nicht den legendären Neve 1073 Preamp aus den ebenso legendären frühen 70er Neve-Konsolen recht und schlecht zu kopieren bzw. nachzubauen.
Hätte er das gewollt, es wäre ein leichtes für ihn gewesen.
Immerhin war er zur Zeit der Entstehung des originalen 1073 die rechte Hand von Rupert Neve gewesen und u.a. dafür verantwortlich den für die serienmässige Herstellung verbindlichen Schaltplan des 1073 zu erstellen.
Niemand – Rupert Neve eingeschlossen – kennt also den Aufbau wie die verwendeten Komponenten des Originals besser als Geoff Tanner. Unter anderem verbrachte er die gesamten 80er und 90er Jahre damit Vintage Neve Konsolen rund um den Globus zu servicen und galt während dieser Ära weltweit als die führende Koriphäe auf diesem Feld.
Als er daran ging seine eigene Version des 1073 zu designen, nutzte er in seinen eigenen Worten die Gelegenheit “all das zu verändern, was ihn selbst am Original seit jeher gestört hatte”.
Das Ergebnis wurde klar offener im Sound, weniger fehleranfällig bei gleichzeitig deutlich verbesserter Servicierbarkeit und nicht zu letzt – günstiger in der Herstellung.

dB says

Der GTQ ist seit rund fünf Jahren, als ich zum ersten mal einen in Händen gehalten hatte, mein persönlicher “go to” Preamp. Ich verwende ihn für ziemlich alles, was man denn so mikrophonieren kann, Lead und Backing Vocs, Gitarren, auch als E-Bass D.I. ist er meist meine erste Wahl. Keyboards (von Fender Rhodes bis Moog) nehme ich praktisch ausschliesslich mit dem GTQ auf. Besonders gern verwende ich den GTQ auch für die Schlagzeug Overhead Mics. Es ist ein Phänomen, dass man bei dieser Anwendung bei entsprechender Saturierung BD und SN anzerren kann und gleichzeitig Blech, also HH und Becken, sauber bleiben. Warum mir derlei bis dato nur mit dem GTQ und mit keinem anderen Preamp gelungen ist, das verstehe ich selber nicht so ganz. Aber auch beim Aurora GTC2 Kompressor verstehe ich nach fünf Jahren, die ich ihn tagtäglich verwende, noch immer nicht so wirklich was er denn eigentlich tut. Ich weiss nur dass er Wunder wirkt und wie der Preamp unendlich musikalisch ist. Für mich persönlich bleibt Geoff Tanner das grösste Rätsel – um nicht zu sagen “Wunder” – unserer wunderbaren Audio Welt.